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London festival of the art of japanese rope Bondage (LFAJRB)

***il 
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London festival of the art of japanese rope Bondage (LFAJRB)
Wieder zurück aus London von einem erweiterten Wochenende auf einem wunderschönen Bondage-Event, dem London Festival of the Art of Japanese Rope Bondage (LFAJRB).

Dieser vier Tage umfassende Event gliedert sich jeden Tag in die Struktur: Unterricht, Filmvorführung, Shows. Wobei er um 11:00 Uhr vormittags anfängt und nachts um Mitternacht beendet ist. Die abschließende Zeit zwischen Mitternacht und „man wird herausgefegt“ kann man nutzen um den Tag über erworbenen Kenntnisse mit seinem Partner zu vertiefen. Neben dem eigentlichen Eventprogramm gab es tagsüber die Möglichkeit privaten Unterricht von den anwesenden Vortragenden zu erhalten. Man konnte also wenn man wollte die ganze Zeit lernend oder übend verbringen.

Die Vortragenden waren international bekannte und manchmal weniger bekannte Namen, teilweise auch Neulinge – nicht am Seil, sondern als Vortragende.
Die Vortragenden und Gäste (ca. 400) kamen aus den Ländern USA, UK, Russlands, Japan, Deutschland, Italien und vielen weiteren.

Die Shows, und das waren einige, so jeden Abend fünf bis sieben Stück wurde von international renommierten Künstlern bis hin zu absoluten Neulingen auf der Bühne durchgeführt.

Es war eine schöne Zeit, eine Zeit des Wiedersehens, eine Zeit des Austausches und eine Zeit neue Freunde zu finden. Ich schon das 3. Mal bei diesem Event, der nun das 4. Mal stattfand. Letztes Jahr musste ich leider aus persönlichen Gründen auslassen. Umso mehr habe ich mich gefreut, dieses Jahr zusammen mit LX hin zu fahren.
Den ersten Tag (Freitag) verbrachten wir bis zum späteren Nachmittag mit einer kleineren Tour durch London zum Shoppen und Kaffeetrinken. London ist sicherlich eine Stadt mit der ich nicht so richtig warm werde, dazu empfinde ich die Enge dieser Stadt als zu bedrückend, muss aber feststellen dass sie durchaus sehr schöne und reizvolle Ecken und Viertel hat.

Wir kamen Nachmittags gerade rechtzeitig zu dem Event um die hitzige Diskussion in Mark Yu’s Klasse verfolgen zu können. Mark Yu unterrichtete „The Yu Method“, einer Art und Weise mit einem Partner zu interagieren, die sowohl Seil als auch verschiedene Akkupressur-, Energie-, und Atemi-Punkte verwendet. Es war spannend anzusehen wie westliche Medizin und östliche Philosophie aufeinandertreffen und dabei ein Gebirge von Unverständnis und Missverständnis aufgefaltet wird.
Anschließend hatten wir genug Zeit bekannte Gesichter zu begrüßen, das ein oder andere Gespräch zu führen, bevor die Filmvorführung startete. Die Filme selbst waren eine Mischung von Bondage Filmen, die entweder direkt beim letztjährigen Event entstanden sind oder die von den anwesenden Größen der internationalen Bondage-Szene mitgebracht wurden und selbige abbildeten. Es war eine Flut an großen und starken Bildern die das Auge erfreuten, sehr gut geschnitten, exzellente Kameraführung und insgesamt ein großes Fest für die Sinne. Besonders schön fand ich den Film von Bob (Ropemarks), der mich in seiner Bildgewalt und Farbgebung sehr an den Film „Flower and Snake“ (Hana to hebi) erinnerte.

Die Shows des Abends, und ich möchte mich jetzt schon bei allen Artisten entschuldigen die ich nicht namentlich erwähne, waren eine kontinuierliche Abfolge von Demonstrationen der eigenen seiltechnischen Fertigkeiten. Daher waren sie weniger unterhaltsam als Anschauungsunterricht wie man es denn macht, und bei manchen Shows: wie man es denn nicht machen sollte. Wobei das was hier so kritisch klingt nicht mal halb so böse gemeint ist, denn das Level der meisten Shows war sehr hoch und sehr sehenswert. Allerdings kann ich inzwischen keine europäischen Menschen in Kimono und Hakama mehr sehen.
Spannend für mich war der Unterschied zwischen der Show von Kazami Ranki und seinen europäischen Kollegen. Ich persönlich empfand Kazamis Herangehensweise: Frau fesseln (sehr schön und gekonnt), Bild bauen, von der Bühne verschwinden, Frau entfesseln, und wieder von vorne, als den Inbegriff der Demonstration seines Könnens wobei er selbst fein säuberlich im Hintergrund verschwand und eigentlich nur die Frau selbst wahrgenommen wurde. Sehr überzeugend empfand ich seine Demonstration einer Brustbondage-Suspension, die mir das erste Mal demonstrierte, wie eine solche gefahrlos gefesselt und durchgeführt werden konnte. Hut ab!

Aber was ist der Fessler ohne seine Partnerin? Hier mein ganz dickes Lob und meine absolute Hochachtung vor den vielen Frauen (und Männer) die sich in manchmal noch sehr unbekannte Hände gegeben haben und auf der Bühne ihr Bestes gaben um uns und unsere Sinne zu erfreuen. Bei manchen dieser Frauen habe ich echte Nehmerqualitäten gesehen, denn, oh mein Gott, ohne diese wären sie wahrscheinlich nicht so heil aus so manch einer Show herausgekommen.

Am nächsten Tag, Samstag, waren wir sowohl wacher als auch mehr gefordert, denn Victor aus Spanien hatte bei mir Privatunterricht gebucht und abends waren wir für eine Show, die letzte an diesem Abend, vorgesehen. Wir verbrachten den Tag mit den verschiedensten Vortragenden und deren Unterricht. Wir besuchten unter anderem Esinems Klasse über Ichinawa, die allerdings weniger – wie der Titel versprach - die Möglichkeiten jemanden mit nur einem Seil zu fesseln betrachtete, sondern den Schwerpunkt mehr auf den dafür notwendigen Aufbau von Nähe und Aufmerksamkeit setzte.

Die Themen Nähe und Aufmerksamkeit durchzogenen den ganzen Event ebenso wie die Themen Überwältigen und Ringen. Es war also eine sehr bipolare Angelegenheit, jeder Kurs das ein oder andere Schwerpunktthema vertiefend und aus einem anderen Blickwinkel betrachtend. Die Themen Nähe und Aufmerksamkeit wurden unter anderem von Esinem, Graydancer und mir vertieft, wohingegen beispielsweise StrangeLove und Mike West mit Hojo-Jitsu und Rollenspielen den anderen Pol bildeten. Ich bin mir ziemlich sicher das diese Bipolarität in keinster Weise abgesprochen war, es ist nur einfach so, dass sich diese beiden Pole meiner Meinung nach immer mehr in der jeweiligen individuellen Fesselei herauskristallisieren und auch immer mehr thematisiert werden und auch werden müssen. Dabei gibt es kein Besser oder Schlechter, sondern nur ein „der Schuh passt mir“ oder „der Schuh passt mir eben nicht“.

Es war in den einzelnen Unterrichtsstunden sehr spannend zu sehen wie sehr die Kultur des Einzelnen in seiner Art und Weise der Auswahl des Themas und auch des Unterrichtsstils hineinscheinen. So hatte Kazami etwas sehr spitzbubenartiges an sich, als er der versammelten Mannschaft seinen aus Seil gefertigten Dildo beibrachte, ein Thema das sicherlich in Japan andere Reaktionen hervorruft als in Europa, wo hingegen bei den US amerikanischem Vortragenden der dort vorhandenen Sicherheitsfetisch und vermeintliche Unkenntnis des Gegenübers immer wieder thematisiert wurde (z.B. „was ist ein Safeword?“). Und so waren diese Klassen nicht nur schön anzuhören ob der gezeigten Techniken, sondern auch Lehrstücke der jeweiligen Kulturen der Vortragenden und dies machte sie umso liebenswerter und spannender.

Insgesamt ein sehr schöner Event, wir haben sehr viel mitgenommen und viele neue und alte Freunde warten nun auf ein wiedersehen. Meinen Dank an Esinem, das Orga-Team und die vielen Helfer die diesen Event immer zu etwas ganz besonderem machen.
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*******cat 
626 Beiträge
Frau
*******cat 626 Beiträge Frau
Auch an dieser Stelle noch einmal vielen Dank für den tollen Bericht.
*******ght 
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Mann
*******ght 79 Beiträge Mann
vielen Dank
... dass Du Dir immer wieder die Zeit für die tollen Berichte nimmst *g*
******und 
286 Beiträge
Mann
******und 286 Beiträge Mann
Yeppp
Auch von mir ein herzliches Dankeschön.

Vor allem, weil so ein ausführlicher Bericht auch richtig Zeit kostet...
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Danke für diesen Bericht
Beste Grüße
Jan
****if 
14 Beiträge
Mann
****if 14 Beiträge Mann
Wish I'd been there!
*********1972 
232 Beiträge
Mann
*********1972 232 Beiträge Mann
Cool *top*
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